Immer wieder ein Blick auf die Uhr *seufz* immer
noch zwei Stunden bis zum Feierabend…so zog sich die Zeit immer mehr hin und
ich konnte den Feierabend kaum erwarten, sollte ich doch direkt von Husum nach
Hause brausen, das Auto beladen und dann zusammen mit Tenar und Ged nach Büsum
aufbrechen.
14 Uhr endlich PC runter fahren und diesmal auch
auf der Arbeit lassen. Dieses Wochenende würde ich an die Arbeit keinen
Gedanken verschwenden. Also ab ins Auto, oha ist noch bedenklich stürmisch.
Aber was soll’s wir Norddeutschen sind ja den Wind gewöhnt. Also durch den
Berufsverkehr auf der B5 kämpfen (ich hasse LKW’s und vor allem Tankfahrzeuge)
also Strecke mit 70 km/h nach Hause gekrochen. Überholen ist auf der Strecke
bei dem Verkehr kaum möglich, außer man ist lebensmüde oder Nordfriese.
Im Heimatort angekommen erstmal noch schnell etwas
aus der Tk-Abteilung kaufen und zu Hause in den Ofen geworfen. Während die Pizza
brutzelt, das Auto beladen und die Sachen die Tenar und Ged mitnehmen sollten,
extra beiseite stellen. Die beiden trafen dann ein, nach dem ich meine Pizza
verspeist hatte. Da Halgrimr, Oberlemming von Sub Divo auch noch nicht auf dem
Weg nach Büsum war, hatten wir uns entschlossen erstmal noch gemütlich einen
Kaffee zu trinken.
Da klingelte dann Toghan auf meinem Ackerschnacker an und
meldete, dass er in Büsum angekommen sei und es verdammt windig auf dem Platz
wäre. Also sattelten wir die Pferde und fuhren nach Büsum. Tenar und Ged fuhren
voraus und folgten den Anweisungen Ihres Navis. Joda führte uns dann über
Schleichwege, die selbst ich noch nicht kannte, nach Büsum. Dort begrüßten wir
unseren weit gereisten Wanderer und schauten uns das Gelände an. Da noch kein
Sub Divo in Sicht war, beschlossen wir erstmal den anderen Lagern beim Aufbau
der Zelte zu helfen, da es durch den starken Wind wirklich schwer war ein Zelt
mir nur drei Menschen aufzurichten. So zogen wir nach und nach mit jeweils 5
Mann ein Zelt hoch. Stück für Stück entstanden so kleine Lager auf dem Deich an
der Hafenmole. Habe ich schon erwähnt, was für eine geniale Aussicht über die
See wir hatten? Einfach wow, wir haben so 3 Meter vom Wasser entfernt die Lager
hoch gezogen. Sehr genial und da konnte auch der Sturm nichts vermiesen.
Als das Lager der Hammerburg Falken soweit mit dem
Aufbau fertig war, konnten wir abschätzen wo wir mit unserem Lageraufbau
anfangen mussten. Also zogen wir erstmal Tenar und Geds Zelt und dann mein Zelt
hoch. Toghan wollte sein Zelt bei Sturm erstmal nicht aufbauen und wir
beschlossen auch, dass wir zu viert in dem Zelt von Tenar und Ged übernachten
würden und mein Zelt quasi als Wohnzimmer zum sitzen nehmen wollten. Da wir bei
dem Sturm es auch nicht geschafft hätten das Sonnensegel aufzubauen, aber man natürlich
am Abend noch gesellig beisammen sitzen wollte.
Als wir mit dem Aufbau der zwei Zelte fertig waren
und gerade einräumten trafen die Sub Divos ein. Sie begrüßten uns alle herzlich
und fingen dann auch gleich mit dem Ausladen der Autos und Anhänger an. Gegen
20 Uhr klingelte mein Ackerschnacker wieder.
Steffi meldete, dass sie und ihre
Familie in einer Stunde ankommen würden. Wir freuten uns sehr, denn wir hatten
erst am Samstag morgen mit ihnen gerechnet. Da wir bereits riesigen Hunger
hatten und ich noch einiges von zu Hause benötigte, sattelten wir mein Pferd und
fuhren zu viert nach Meldorf. Wir kauften schnell ein paar Getränke für den
Abend ein und kehrten dann beim örtlichen Italiener zum Essen ein. Leider
dauerte die Zubereitung etwas lange und so zog sich der Abend in Meldorf bis 23
Uhr hin. Nach dem wir bei mir noch Kaffee und warme Klamotten einluden, machten
wir uns auf dem Weg in „unser Dorf“. Dort begrüßten wir Steffi, Moshe, Luise
und Paul und machten es uns im „Wohnzimmer“ mit einigen Bierchen und Met
bequem. Wir gratulierten um Mitternacht unserem Wanderer zu seinem neuen
Lebensjahr und tauschten weiter lustige Anekdoten aus. Irgendwann wurden wir
dann alle gemütlich müde und krochen zwischen unsere Felle.
Ich wurde dann leider schon gegen halb sechs wach.
Der Heuschnupfen der sich bereits am vorab bemerkbar gemacht hatte, meldete
sich nun heftig. Da auf weiterschlafen nicht mehr zu hoffen war und ich die anderen
nicht weiter stören wollte, schnappte ich mir ein paar Sachen und fuhr zum Duschen
und Kaffee holen nach Hause. Als ich gegen 8 Uhr wieder ins Lager kam, waren
schon alle wach und frühstückten in gemütlicher Runde. Es schien sogar die
Sonne und wir hatten die Hoffnung, dass es keine der angekündigten Unwetter für
uns geben würde.
Leider fing es bereits eine halbe Stunde später an
zu regnen. Also alle schnell reinräumen und in der ersten Regenpause schnell
unsere beiden Sonnensegel aufgebaut. Damit sie dem Wind standhalten würden,
haben wir sie auf zwei Seiten bis zum Boden abgespannt. So entstand eine
gemütliche Sitzecke für uns Sub /Krähen. Toghan konnte sein Zelt auch aufbauen,
da der Wind etwas nach gelassen hatte.
Der Markt begann sehr entspannt mit einer ruhigen
Heerlagerbesprechung und einer kleinen Markteröffnung. Leider hatte der Markt
nicht in der geplanten Größe öffnen können, da viele Händler aufgrund der
Sturmwarnungen abgesprungen waren. Aber das tat der tollen Atmosphäre keinen
Abbruch. Während Halgrimr und ein paar fleißige Köche das Wermuthänchen
zubereiteten, (welches jedoch mit Met gekocht wurde, da wir keinen Wermut
bekommen konnten), machte sich ein kleiner Trupp von Krähen auf den Weg in die
Büsumer Innenstadt. Es wurde vom Veranstalter ein Bus Shuttle organisiert,
welches Gäste und Lager vom Deich zu Innenstadt transportierte. In der
Innenstadt verteilten wir dann beim Schaugang Flyer und forderten die Passanten
auf den Markt zu besuchen. Am Informationstand wurden für vom Marktvogt
angesprochen und als Dithmarscher Krähenvolk dem staunenden Publikum, das auf der
Freitreppe vom Schwimmbad saß, präsentiert. Dabei wollten wir doch inkognito
bleiben. *grins*
Nach diesem Spaziergang brach ich jedoch den
Lagertag ab, da ich trotz Tabletten kaum Ruhe vorm Heuschnupfen hatte und sich
bereits Husten dazu gesellte. Also fuhr ich mit Ernaut, der an diesem Tag nur
kurz vorbei schaute, rauf nach Meldorf und ließ den Abend entspannt in meinem
Heim ausklingen. Endlich konnte ich eine Nacht ruhig und fast Pollenfrei
durchschlafen.
Da der Markt aber bereits früh anfangen sollte, kamen
Ernaut und ich bereits um 7 Uhr auf dem Markt an. Da das Lager noch schlief,
ließ ich den Ruf “Aufstehen, der Kaffee ist da“ durchs Lager schallen. Es
wirkte auch prompt und Toghan trat als Erster aus dem Zelt.
Die Brötchen wurden auch bald darauf geliefert und
so schmausten die Krähen und ein Sub Divo Oberlemming (der Rest des Divos
schaffte es nicht aus dem Bett) erstmal gemütlich in der Morgensonne. Nach dem
Frühstück sammelten wir uns und gingen zum für die Lager georderten Bus. Dieser
war dann voll besetzt mit „Irren“ und lud diese wieder in der Innenstadt aus.
Wir zogen mit Lärm und Flyer verteilend durch die Innenstadt und präsentierten
bereits vor Markteröffnung die teilnehmenden Heerlager. An der Kirche, wo
gerade der Gottesdienst geendet hatte, nahmen wir Aufstellung und stellen mit
Gesang, Tanz und spontanen Kämpfen den Besuchern den Markt vor. Der Vogt
erzählte noch einiges zu Büsum und der Entstehung der Stadt und lud alle ein
zur Mole zu kommen. Denn dort sollten noch Taufen stattfinden und allerhand
buntes Treiben.
Wir zogen in einem Umzug wieder zurück zum
Busschuttle der am Binnenhafen stand. Doch fuhr die Hälfte der Leute mit einem
Boot rüber zum Marktgelände und der Rest stieg in den Bus.
Am Nachmittag beschlossen Sam, Ernaut, Tenar, Ged,
Toghan und ich noch eine Runde durch die Innenstadt zu machen. Da wir bei der
Lagerbootsfahrt nicht teilnehmen konnten, fragten wir ganz nett ob die Schiffer
uns diesmal mit übersetzen würden.
Die Fahrt mit dem Schiff genossen wir, ein bissle
Seewind um die Nase und neugierige Blicke der Touristen die mit uns fuhren. Auf
der anderen Seite angekommen, kauften wir frische Krabben und flanierten durch
die Innenstadt. An einer Eisdiele gab es extra ein Mittelaltereis. Bestehend
aus Ingwer, Anis und Zimt. Wir bekamen jeder zwei Kugeln des köstlichen Eis
geschenkt und setzten uns in der Sonne hin. Viele gingen vorbei und meinten
nur, aber das gab es noch nicht zu eurer Zeit…super wir verzichten auch nicht
aufs Duschen, nur weil es die noch nicht
gab.
Zurück fuhren wir auch wieder mit dem Boot. Im Lager
genossen wir die Sonne und die tolle Aussicht. Ein komplettes Lager lag
entspannt im Gras. Das Veranstaltungsende nahte und wir begangen in den Zelten zu
packen. Gegen Ende des Marktes wurde noch zu einem spontanen Heerlagerumzug
aufgerufen und so zogen wir zusammen mit den Musikanten noch einmal an allen
Ständen und Lagern vorbei. Am Ende des Zuges fand dann noch eine kleine
Besprechung stand, in der noch einmal allen teilnehmenden gedankt wurde und wir
uns auch bei den Veranstaltern bedanken konnten. Gegen 19 Uhr hatten wir unser
komplettes Lager abgebaut und in den Autos verstaut. Die obligatorische
Verabschiedungsrunde wurde gemacht und wir brachen dann alle gen Heimat auf.
Dies war der erste Markt, bei dem ich vor 21 Uhr
alles ausgepackt und verstaut hatte und selbst auch noch geduscht hatte. Wow,
so konnte ich vom herrlichen WE total entspannt ins Bett hopsen und den Montag
auf der Arbeit gelassen über mich ergehen lassen.
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