Nach nun fast 7 Jahren mit Aaron an meiner Seite, habe ich mir zu vielen Dingen eine eigene Meinung gebildet. In einigen Bereichen stand meine Entscheidung schon relativ früh fest, bei anderen musste ich noch ab und an meine Meinung ändern, je mehr ich mir dazu an gelesen habe oder zauderte noch mit einer Entscheidung.
Was die Erziehung anging, waren mir Konsequenz und Klarheit von Anfang an wichtig. Die richtigen Grundsteine und das Handwerkzeug wurde mir dank der Hundeschule mit gegeben. Dann war es mir auch immer wichtig, nie "Kadavergehorsam" oder "Dressur" zu erreichen. Aaron und ich sollte ein Team und eine Familie sein. Man sollte sich auf den anderen verlassen können und Fehler machen können. Aaron sollte sich immer sicher in meiner Gegenwart fühlen und nie vor mir zurück schrecken. Eine innige Beziehung mit gegenseitigem wortlosen Vertrauen ist das Ergebnis dieser Wünsche. Ich habe meinen Seelenhund gefunden und werde nicht müde mit ihm Zeit zu verbringen. Jede Kuschelstunde ist immer noch etwas besonderes. Die Freude wenn ich heim komme, das gemeinsame Gerangel auf dem Wohnzimmerteppich, das Baden in der Nordsee und die gemütlichen Filmabende mit Schwägerin und Hundekumpel Tamme.
Jedes kleine Stückchen unserer gemeinsamen Zeit ist kostbar und ein Puzzleteil des großem Ganzen.
Als Halter muss man aber nicht nur Entscheidungen im Sinne der Erziehung und des gemeinsamen Lebens treffen. Nein, man beschäftigt sich auch plötzlich sehr ausgiebig mit der Ernährung und den medizinischen Fragen.
Bei der Ernährung kam ich sehr schnell auf entspanntes Konzept der Abwechslung und lehnte Ernährungspläne von Anfang ab. Aaron bekommt Trockenfutter, Dosenfutter, gekochten Reis / Nudeln / Kartoffeln, rohes püriertes Gemüse mit Obst und Ölen, selbst gebackene Hundekekse und gekaufte Knabbersachen (meist getrocknete Komponenten), Joghurt, Hüttenkäse, noch mal Obst und Beeren ... eigentlich kommt alles bei ihm auf den Speiseplan. Die Auswahl erfolgt nach Verfügbarkeit (mache ich mir zum Beispiel auch einen Salat, fällt immer was für ihn ab), was haben wir den Tag über erlebt, wie voll soll der Napf sein etc. Ich passe mich einfach den Gegebenheiten an. Wenn es extrem warm ist und wir beide faul waren, gibt es eher gekühlten Joghurt, püriertes Gemüse mit Dosenfleisch oder Obst. Muss es schnell gehen gibt es nur Trockenfutter.
Esse ich Obst, teile ich es direkt mit Aaron. So kommt er auch immer wieder auf seine Kosten und Vitamine.
Schon früh entschied ich mich auch, nach der Grundimmunisierung Aaron nicht weiter impfen zu lassen. Ich hatte bereits erste Artikel über Veröffentlichungen des Weltverbands der Kleintierärzte gelesen und auch das anscheinend viele Impfungen bis zum Ende aktiv wirken ohne , das weitere Impfungen stattfanden. Dann das es keine gesetzliche Vorgabe gibt, ich mit Aaron auch nicht verreise oder auf Hundeschauen gehe und jede bisherige Impfung ihn auch echt geplättet hat.
Dann die Überlegung, wie es denn früher mit unseren Familienhunden so lief...auch ohne Impfungen und ohne Wurmkuren. Und was war? Sie sind alle ohne große Krankheiten glücklich alt geworden. Da Aaron aber zum Beispiel regelmäßig Kot von anderen Tieren frisst, war ich beim Thema Würmer bisher noch so aufgestellt hin und wieder, mal eine Wurmkur zu geben.
Aber nun habe ich auch hier eine bessere Regelung für uns gefunden. Ich hatte ursprünglich vor in regelmäßigen Abständen Kotproben beim Tierarzt ab zu geben und auf Würmer prüfen zu lassen. Dann würde eine Wurmkur nur Anwendung finden, wenn es einen Befund gäbe. Nun hat eine Freundin mir noch einen schönen Tipp gegeben. Man kann die Proben auch einschicken. Also ging am Montag eine Probe (über drei Tage ca. 15 g gesammelt) auf die Reise an die Tierärztliche Hochschule Hannover. Man kann auf ihrer Homepage einen Leistungskatalog für mögliche Untersuchungen einsehen und dann einen Auftrag ausfüllen. Beim ersten Mal ließ ich Aaron nun auf Magen/Darm Parasiten, Lungenwürmer und Giardien untersuchen. Was soll ich sagen? Obwohl dieser kleine Kerl wirklich immer wieder ekelhaften Mist aufsammelt, ist er frei von allem. Und dank dieser Untersuchung lebt er nun noch gesünder, denn er bekommt keine unnötige Chemiekeule die seine Darmflora zerstört.
Wir sind auf dem richtigen Weg. Aaron kann gesund und entspannt an meiner Seite leben und ich wäge genau ab, welchen Belastungen ich ihn aussetze und was wirklich nötig ist. Ich bin froh, dass man in der heutigen Zeit die Möglichkeit hat, sich über so viele Kanäle eine eigene Meinung bilden zu können. Es gibt engagierte Blogger die ihr Wissen teilen, aufgeschlossene Tierärzte die über Facebook auch vor Risiken allzu bekannter Floh-und Zeckenmittel informieren und letztendlich das eigene Bauchgefühl.
So langsam glaube ich, haben Aaron und ich für all die wichtigen und unwichtigen Dinge ein gutes Gleichgewicht gefunden. Ich kann zwar auch keine Wunder voll bringen, aber Aaron geht es super gut und das zeigt doch, dass der Weg richtig ist.


Fein geschrieben, habe ganz viel Kopfnicken von Frauchen gesehen. Auch mein Frauchen darf kein Obst ohne mich essen und ich schätze die unkomlizierte, vielfältige Nahrung sehr - die auch ich bekommen. Betreff Impfungen und Entwurmen haben wir zum Glück eine ganz liberale TA, die euer Vorgehen sogar empfiehlt.
AntwortenLöschenAyka die Flexitarierin
:-) ich glaube gerade Labbis sind echte Flexitarier...wenn ich mal bedenke, was so gerne am Straßenrand gesammelt wird ^^ Erstaunt war ich als ich Aaron das erste Mal Hagebutten fressen sah. Er wusste anscheinend, dass die gut sind. Schön Vitamin C.
LöschenHier auf dem Land sind die Tierärzte leider noch nicht so offen. Da hörst du von alles jährlich Impfen und jeden Monat entwurmen, höchstens bis naja Hersteller schreibt nun alle drei Jahre. Mehr lehnen die sich hier nicht aus dem Fenster.
liebe Grüße Aaron und Sandra
Cool. Finde ich richtig. Ich mache es ja auch nicht anders. Die Zeiten, als ich dachte, dass Hundeforen und Facebookgruppen der Weisheit letzter Schluss sind, sind vorbei. Ich weiss mittlerweile, was gut für meinen Hund ist - und was nicht. Und komischerweise ist das dass genaue Gegenteil von dem, was die anderen predigen.
AntwortenLöschenJedes Tier ist individuell - so wie der Mensch. Und ich mache es wie Du - gesunde Mischkost. Und meinem Hund geht es gut damit.
Impfungen gibts hier übrigens auch nimmer. 7x in zwei Jahren haben ein zerstörtes Immunsystem hinterlassen. Wurmkuren sind ebenso Fremdworte.
Mach weiter so Süße
Susi
Japp, was surfte man früher noch durch diverse Foren und schüttelte den Kopf über das Gegenseitige fertig machen, wenn jemand für sich und seinen Hund einen eigenen Weg gefunden hat.
LöschenWir sind nun wirklich alle anders und ich denke jeder muss es selbst heraus finden was richtig ist, bzw. immer halt Vor-und Nachteile abwägen. Diese Variieren ja auch von Fall zu Fall.
Wenn Bauchgefühl und Hundeaugen + Fell sagen alles ist gut, dann ist doch alles getan :-)
ganz liebe Grüße von uns Nordlichtern