Der Herbst ist da und so langsam werden die Tage wieder kürzer. Nächste Woche wird es nach der Zeitumstellung nur noch beleuchtete Feierabendspaziergänge geben und die Kleidung wird wieder dicker. Aaron nutzt die frühen dunklen Abende, um mich im Haus zur Suche zu animieren.
Ab und an stelle ich fest, dass er nicht bei mir im Zimmer liegt und auch beim Blick ins Bad, in sein Bett unter der Treppe und im Wohnzimmer, taucht der Schelm nicht auf. Irritiert stehe ich im halb dunklen Hausflur und sehe auf einmal wie zwei Augen von der Fußmatte aus mich anfunkeln.
Aber mehr lässt sich auch nicht erkennen. Dieses Spiel macht Aaron aktuell gerne mit mir am Abend. Quasi mal entgegen seiner Strategie "Frauchen-so-lange-belagern-bis-eine-Reaktion-kommt", hinzu "Ich-bin-einfach-scheinbar-weg". Ich habe echt das Gefühl, dass er ganz genau weiß wo man ihn sehen kann und wo eher nicht.
Eine neue Eigenart von Aaron ist es auch, die Stimme unseres Postboten zu kennen. Bis zum Anfang diesen Jahres war der Postbote jemand, wo Aaron bellte und ich ihn entweder in Korb schickte oder wegsperrte, wenn ich die Tür für eine Lieferung öffnen wollte.
Nun hatte er einmal Glück, dass er drüben bei seinen Kumpeln im Garten war, als der Postbote kam. (Wenn ich von dem Postboten schreibe, meine ich einen bestimmten. Das Ganze gilt nicht für seine Vertretungen.) Da Sando und Tamme damals schon immer Leckerchen von diesem Postboten abstaubten, bekam auch der dritte Labbi-Schädel der sich über den Zaun streckte, diesmal einen Keks ab.
Tja, Aaron ist sehr einfach gestrickt: Liebe geht durch den Magen. Ab da war dieser Postbote bei Aaron positiv belegt. Mittlerweile ist es so schlimm, dass er die Stimme hört und leise jault, wenn ich ihn nicht zur Tür lasse. Wenn dann auch noch ein Paket mit Essen geliefert wird, glaubt Aaron sich im Schlaraffenland.
Beim heutigen Spaziergang am Kronenloch (Natur rund um den Meldorfer Hafen) bewies Aaron auch wieder seine Künste als Krebs-Suchhund. Man muss dazu sagen, früher sind mir nie Krebse auf dem Grünstreifen oder Radweg aufgefallen. Entweder war ich vorher blind, oder es ist aktuell einfach ein Phänomen. Wir haben bestimmt 15 bis 20 Krebse auf unserem Weg entdeckt. Aaron tat anfangs übrigens eher so, als würden sie ihn nicht so interessieren. Ist ja langweilig, wenn Frauchen die Krebse vor ihm entdeckt ^^ aber sobald ich mal nicht darauf achtete: "Habs, in dem Mund." 2 Stück fanden so den Weg in seinen Schlund.
Kurzfristig konnten wir zwei Krebse retten, die noch lebten. Meine Nichte sammelte die erste relative ruhige Krabbe ein und setzte diese am Wasser ab, wo sie dann plötzlich flott entschwand. Die zweite große Krabbe entdeckte Aaron im Gras, gerade rechtzeitig konnte ich ihn wegziehen, denn sie lebte und war verdammt sauer. Vorsichtig mit einer Tüte sammelte meine Nichte diesen kriegerischen Krebs auf und setzte auch diesen ans Wasser.
Da hätte Aaron bestimmt doof geguckt, wenn sich sein Essen auf einmal als wehrhaft heraus stellt. Tamme fand die Krebse überhaupt nicht interessant.
Hier nun die Fotos von der heutigen Tour:







Hee Kumpel, man sagt sonst die älteren Herrschaften bekämen so ihre Mödeli, bei dir fängt es ja sehr früh an. Ich liebe eine Postpotin sooo sehr, ein anderer Postpote ist ein Griesgram - die beiden kann ich sehrwohl unterscheiden. Die Krebsgeschichte ist für mich irgendwie grauslig, klemmen die dich denn nicht in die Nase?
AntwortenLöschenMorgengruss von Ayka
Hallo Ayka, komm doch her und sammel zusammen mit mir Krebse. Ich wusste eigentlich gar nicht, dass die sich bewegen können. Frauchen meint, ich hätte bisher nur Glück gehabt, dass die schon unbeweglich waren. Gekniffen hat mich mein Futter noch nie nicht.
Löschenleicht verschlafene Grüsse, Aaron