Sonntag, 19. November 2017

Zeitreise mit Aaron - Teil 1 (Februar 2011)

Als wir im Januar 2011 unsere Kessi gehen lassen mussten, waren die leeren Räume und das stille Haus für uns wirklich eine Folter. Man kam nach Hause und da war nichts. Für mich stand fest, dass ich auf jeden Fall wieder einen Hund haben möchte und so suchte ich hier in der Gegend.
Letztendlich war es dann ein kleiner schwarzer Labbi, der mein Herz gewann. Es war saukalt und wir hatten zu der Zeit auch tatsächlich Schnee ab bekommen. Ich lag eigentlich mit einer Grippe flach, hatte aber diesen Termin, mir einen jungen Hund an zu schauen, der der letzte eines größeren Wurfes war und noch auf einen Besitzer wartete. Der Knirps war 14 Wochen alt und ziemlich gut im Futter. Seine Mutter eine wuselige, schlanke gelbe Labrador Hündin mit einem leichten Goldschimmer im Fell, machte auf mich eine guten Eindruck. Der kleine schwarze Stürmer fand uns Besucher nur so halb interessant. Viel besser fand er sein Spielzeug, das er im Maul hielt und über das er uns frech anschaute.

Die frechen braunen Augen dieses kleinen Mops bohrten sich quasi in mein Herz und es war um mich geschehen. Ich sollte / wollte noch eine Nacht drüber schlafen und mich dann am Folgetag melden. Auf dem Heimweg schrieb ich noch ganz oldschool SMS an meine Schwägerin und meinen Bruder (zu der Zeit gab es noch kein Smartphone). "Er wäre etwas dick für sein Alter:" Da kam nur zurück, dass man da ja was dran ändern kann. "Willst du ihn haben?" Die Antwort war leicht: "Ja."

Am nächsten Tag fuhr mein Bruder mit mir den Zwerg abholen. Er stürmte wieder fröhlich um uns rum und hatte kein Problem damit, dass er auf einmal mit uns mit sollte. Als ich ihn anhob, war ich erstaunt wie schwer so ein kleiner Kerl sein kann. Bei der Heimfahrt saß er zwischen meinen Füssen und schaute mich selig an. Übrigens bekam er dann seinen Namen: Aaron. Ursprünglich hatte ich in meiner Vorstellung immer einen Merlin, aber Aaron war einfach kein Merlin. Den Vorschlag machte mein Bruder während der Autofahrt.

Also zog Aaron bei mir ein. Zuhause musste er im Garten erstmal den Kumpel Test bestehen. Denn was würde unser Familienlabbi Sando zu diesem Zwerg sagen? Zwar wohnten die beiden nicht zusammen, aber da wir in einer Straße wohnen und uns häufig besuchen, sollte auch zwischen den Hunden alles stimmen. Aber unsere Sorge war unbegründet. Sando fand den Kumpel direkt ganz cool. Endlich was zum spielen und richtig toben. Da Aaron von Anfang an nicht schüchtern war und eher einen robusten Charakter wie Körper hatte, brauchten wir uns keine Gedanken machen, dass es mal zu wild mit den beiden werden könnte. 

Die ersten Nächte verbrachte ich mit Wecker stellen und regelmäßig raus gehen. Was wenn man eine Grippe hat und draußen ein eiskalter Wind weht, nicht so schön war. Praktisch war ja, dass Aaron bei dem Schnee der noch im Garten lag, sogar im Dunkeln super zu sehen war. Unlustig war dieses nächtliche: Juhuuuuu, Schnee!!! Ich will spielen." "Nein Aaron, du sollst pinkeln und dann wieder rein kommen." Hach, diese Nächte fehlen mir nicht. Aaron schlief zu der Zeit noch unten und fand erst später seinen Weg in meine Zimmer...dafür mussten wir erstmal üben unsere Treppe hoch zu kommen. 

Unsere Schuhe sicherten wir zu der Zeit auf der Treppe, die durch eine Pforte vor Aaron gesichert war. Jedoch stibitzte er mir das eine oder andere Mal meinen Hausschuh, wenn ich zum Beispiel grad am Essen war und er Aufmerksamkeit haben wollte. Zerlegt hat er diesen aber nicht. 

Vom ersten Tag an übten wir Sitz und Platz und gingen gemeinsam mit Kumpel Sando auf dem Feldweg an unserem Haus spazieren. Dabei erinnere ich mich noch wie er begeistert durch den Schnee stürmte (noch ohne Leine) und dabei unerwartet tief einsank. Ein Glück das Frauchen ihn rettete.

Damit er auf ein gesundes Gewicht kam, passte ich seine Fütterung entsprechend an und Sando sorgte im Garten für ein artgerechtes Fitness Programm. So konnte ich abends meist den nackten Bauch eines glücklichen kleinen Labbis kraulen, der völlig zufrieden mit sich und seiner Umwelt war.

Beim ersten Tierarztbesuch sorgte Aaron für Begeisterungsstürme des dortigen Personals. Man könnte ja meinen die sehen oft genug Welpen und Junghunde, aber diese piepsige Begeisterung die ihn dort Empfing, war der Hammer. Er saß dann recht eingebildet auf den Behandlungstisch und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Er hielt quasi Audienz. Der erste Check zeigte, dass Aaron ein gesunder und kräftiger Kerl ist, der keine Angst vorm Tierarzt hat. Aber bisher hatte er eh noch keine Spur von Angst gezeigt. 

Hier nun die ersten Bilder vom kleinen "Mops":








2 Kommentare:

  1. Danke für die herlriche Geschichte, so fein geschrieben.
    Liebe Grüsse von Ayka

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  2. Was für eine schöne Zeitreise ... und mir kommt so manches davon gerade sehr bekannt vor ;)

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

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