Sonntag, 25. Februar 2018

Eine musikalische Zeitreise

Am gestrigen Abend war es endlich soweit. Die lange schon gekauften Tickets konnten endlich eingelöst werden:
Hamburg Barclaycard Arena, The Kelly Family - We Got Love Tour 2018
Bellas Frauchen sammelte Fietes Frauchen und zu guter letzt mich ein. Diesmal sollte es ohne unsere Hunde unterwegs gehen.
Entspannt ging es mit dem Auto bis Thesdorf und von dort mit der S-Bahn in Richtung Stellingen, dort gab es dann einen interessanten Fußmarsch zur Haltestelle für die Shuttle Busse. Man musste durch einen Fußgängertunnel und je näher wir dem Ende kamen, desto lauter wurde Musik und zwar von den Kellys. Das war eine ganz nette Idee zur Einstimmung. Der Getränkewagen, von dem die Musik kam, erhoffte sich eindeutig Einnahmen durch den Konzertabend. 

In einer geordneten Schlange ging es in Richtung Bus. Wobei, es gab natürlich die Menschen ohne gute Erziehung, die einfach an der Schlange vorbei liefen und sich vorne dazu drängelten. Aber wir brauchten trotzdem nicht lange warten, denn das Füllen eines Bus und die Ankunft des Nächsten verliefen fließend. 

An der Arena gab es dann die nächste Schlange vorm Eingang. Hier wurde aber nicht so frech überholt. Die Abfertigung der Tickets und Taschenkontrolle gingen dann auch sehr flott und kurze Zeit später hatten wir unsere Plätze erreicht.

Das Konzert begann energiegeladen mit Jimmys I Cant't Stop The Love. Was habe ich mir früher immer gewünscht dieses Lied mal live zu  hören, da es zu meinen Lieblingssongs gehört und nun war es der Opener. Es folgten Why Why WhyWe Got Love, First Time und Imagine. 

Einfach ein Kracher nach dem Nächsten. Ich versuche jetzt nicht die Setlist in richtiger Reihenfolge ab zu bilden. Das könnte ich zwar eventuell schaffen, aber es könnte auch schief gehen. ;-) Bei First Time gab es von Patricia animiert das erste Handy /Taschenlampen Lichtermeer. Einfach wunderschön. Was haben wir nur früher ohne diese Technik gemacht? Achja, da gab es Wunderkerzen ;-)



Der Sound war super, die Stimmung bei Fans und Band sehr gut und ausgelassen. Einfach fabelhaft! Früher waren Konzerte nicht so entspannt. Wobei ich durfte als Teenager nur auf zwei Konzerte In Heide und Hamburg. Einmal 95 und einmal meine ich 98. Da war es mit der Hysterie echt nicht entspannt. Ich gehörte halt nie zu den hysterischen Leuten und konnte das nie nach vollziehen.

Von daher auch ganz ok, dass ich nicht auf mehr Konzerte durfte. Da damals einmal Patricia nicht dabei war und bei dem anderen Konzert Jimmy fehlte, freute ich mich umso mehr auf diese Tour mit beiden Geschwistern. Mein Highlight: als die zwei heute Please Don't Go anstimmten. Diese beiden Stimmen...und dann dieses Lied. Gänsehaut pur! Es ist ein wundervoller Song und Patricia und Jimmy harmonieren so toll bei diesem Song.
Es ist einfach irre. Alle Kellys hatten früher schon wundervolle Stimmen, aber über die Jahre haben sie noch mal an Nuancen und Stärke gewonnen. Das fällt bei solchen Songs dann sehr auf.

Als der Part mit Kelly Bus im Hintergrund kam, konnte man noch mal mit weniger Instrumenten die klasse dieser Stimmen hören. John stand mit seiner Gitarre im Scheinwerferlicht und sang When I Was In Town. Ein so wundervoller Song mit Streetlife Feeling. Zum Ende des Songs kamen seine Geschwister wieder auf die Bühne und Kathy moderierte dann den nächsten Song an: "Hallo Hamburg Hansestadt. Wir wohnten als kleine Kinder in einem ganz kleinen Dorf, 1200 Einwohner, ohne laufendes Wasser. Aber dafür haben wir sehr sehr sehr gut gelebt. Also gut gegessen. Sieht man heute." Lachen auf der Bühne und bei den Fans ;-)
"Und sehr gut gefeiert. Das haben uns die Spanier beigebracht. Und wir wollen das mit euch heute Abend teilen. Könnt ihr in Hamburg gut feiern? Könnt ihr gut feiern?!"

Nun ging es mit Echo La Ronda und spanischen Rhythmen los. Auch ein Song, den ich schon immer sehr gerne mochte. Abwechselnd sangen Kathy, John, Patricia und Jimmy ihre Strophen. Kathy tanzte im Mittelteil mit ihrem weit schwingendem roten Kleid. Nach ihr folgte Bruder Paul, mit seinem Kilt, der ihre Bewegungen imitierte. Zu köstlich! Jimmy und Joey versuchten es auch kurz mit synchronen Bewegungen. Einfach zu gut. Das Lied geht halt jedem in die Beine ;-)

Es folgte dann das von Patricia anmoderierte Une Famille C'est Une Chanson. Ein wunderschönes Lied und ein Stück Familiengeschichte. Angelo moderierte dann Swing Low an. Ich denke dieses Stück hat auch jeder Fan damals lieb gewonnen. Gehörte es doch zum Endprogramm der Konzerte, sorgte noch mal richtig für gute Stimmung und ein miteinander von Musikern und Fans.

Angelos Drum Solo war einfach der Hammer! Er ist einfach ein super Drummer und man merkt wie viel Arbeit und Herzblut er da in seine Ausbildung gesteckt hat. Einfach wow. Da könnte man stundenlang zuhören.

Lustig wurde es wieder bei Cover The Road. Während Jimmy erst ernst ansagte, das er gemerkt hat, dass er langsam alt wird. "Ich weiß nicht wie es mit euch ist. Aber das sind jetzt einige Jahre und meine Güte, ich denke manchmal, das kann nicht sein.Wie lange soll das gehen? Das nächste Lied handelt um diese lange Lebensstraße und ich möchte es insbesondere an diejenigen widmen, die heute nicht hier sein können oder wollen und ganz besonders an diejenigen die gestorben sind. Denn am Ende, am Ende dieser langen Straße wird der Kampf des Lebens nicht hier auf der großen Bühne oder im Fernsehen, sondern nur hier drinnen und ganz allein gewonnen oder verloren. OK?
Also zündet doch mal eine Kerze oder macht mal, so wie Patricia sagt (die Stimme gespielt höher) ein Meer von voller Lichter möchte ich sehen. Bitte zeigt der Patricia, dass ich mehr Lichter haben kann als sie. Ein Meer, ooooooh, ja so schön. Jetzt bin ich in den Sternen." Und dann nachdem er kurz auf der Mundharmonika die ersten Klänge spielte: "Ey, Patricia guck! Ich habe gerade gezählt, ich glaub da sind so 300 mehr als bei dir." Sehr schelmisch diese Einlage von Jimmy. Aber unter Geschwistern neckt man sich ja auch ganz gerne.


Das Lichtermeer bei Cover The Road war dann auch wundervoll. Wer am Ende nun mehr Lichter hatte, können die beiden dann ja hinter her aus diskutieren. *lach*

Besonder schön waren dann auch der irische Jig mit kleiner Tanzeinlage von Joey und Patricia, das aus alten Zeiten bekannte Only Our Rivers Run Free und Wearing Of The Green. Kathys Gesangsparts machten bei diversen Liedern auch echt sprachlos. Was für eine Stimme. Ob nun bei Come Back To Me oder auch bei Only Our Rivers Run Free. Einfach wow.

John brillierte bei Who'll Come With Me (Davids Song). Die Idee ihn mit seinem früheren Ich gemeinsam singen zu lassen, finde ich immer noch genial. Auch hier ein Stück Kelly Family Geschichte. Aber auch  mit Red Shoes, Imagine und When I Was In Town fesselte seine schöne Stimme auch so manchem im Publikum. Was habe ich doch früher geschwärmt *grins*

Angelo brachte die Kracher wie Becauce It's Love, I Can't Help Myself und seinen neuen Song Keep On Singing mit in den schönen Musikmix des Abends.

Rückblickend ein wunderschönes Konzert. Die Lieder waren toll gemixt und vor allem waren oft auch gemeinsame Songs im Repertoire oder einstige Lieder vom Paddy / Angelo Gespann wurden komplett auf alle Geschwister aufgeteilt, was ebenfalls wundervoll klingt. Da bekommen An Angel und Fell In Love With An Alien noch andere Facetten. Klasse! Man merkte den Geschwistern Spielfreude an und es fühlte sich so an, als wenn sie es ganz entspannt genießen konnten. Ein Konzertgruppenbild für Social Media wurde ebenfalls mit dem Publikum gemacht und das Ergebnis sieht auch wieder sehr gelungen aus.

Was bleibt als Fazit am Ende? Das man so einen schönen Abend gerne wiederholen würde. Für diese Tour haben wir keine weiteren Karten. Was kommt danach? Man weiß es nicht. Die Geschwister haben auch ihre eigenen Bandprojekte, die allesamt wundervoll sind und ich freue mich auch sehr diese wieder live zu erleben. Die vergangenen Konzertbesuche bei John mit seiner Frau Maite als Elfenthal und  Jimmy mit seinem Street Orchester waren auch so tolle Abende. Das man sich freut, dass auch diese weiter gehen. Natürlich hofft man, dass die Geschwister vielleicht noch weitere Sachen zusammen machen und später noch mal touren. Aber vor allem sollen sie machen was ihnen Spaß macht!

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