Wie singt Ina Müller so schön: Hätt ich'n Hund / Hätt ich'n Grund... Irgendwie kenne ich das, während andere am Freitag in den Feierabend gehen und überlegen was sie abends anziehen, wenn sie unterwegs gehen, freue ich mich mit meinem Hund aufs Wochenende und lange Gassi Gänge oder sitze wie gestern geschehen, noch kurz vor Schluss beim Tierarzt.
Wir hatte noch im Garten gespielt und dabei hatte Aaron sich seine Daumenkralle, die gleiche wie letztes Jahr (das Malheur könnt ihr hier nachlesen) wieder total doof eingerissen hatte und zu mir humpelte, guckte ich erstmal fix auf die Uhr und recherchierte die Öffnungszeiten vom Tierarzt. Ok, anrufen und fragen ob noch die Chance besteht. Immerhin trug Aaron ja nicht den Kopf unter der Schulter und würde es auch überleben. Also Hund schnell eingeladen und die 20 km zum Tierarzt gebraust.
Zum Glück ist der Feierabendverkehr in die Richtung nicht mehr so schlimm gewesen und wir kamen gut durch. Beim Tierarzt aussteigen und kurz vor der Tür fing Aaron wieder an zu zeigen, dass er lieber wieder zum Auto wollte. Er jault nicht, aber läuft halt auch nicht freudig neben mir her. Naja, aber er kam dann mit rein.
Das Warten verbrachte er dann damit, selig alle Menschen an zu schauen und seinen schweren Kopf auf meinem Bein ab zu legen. Wie zeigt er seinen Stress? Mit Sabbern und mit mehr nicht. Nach 45 Minuten waren wir dann dran und hoffentlich die letzten Patienten für das Team, denn man möchte ihnen doch auch einen zeitigen Feierabend gönnen.
Diesmal hatten wir die Kollegin unseres Tierarztes. Die aber auch sehr nett und entspannt mit Aaron war. Der kleine Held tat auf dem Behandlungstisch mal wieder so als wären wir nicht da. Die Kralle war so doof mittig in sich gesplittert, dass sobald da Druck drauf kam, es für Aaron unangenehm wurde. Immer kaum zu glauben, dass eine Kralle solche Schmerzen bereiten kann, selbst wenn sie weiter vorne einen Schaden hat. Ich stelle mir es im Prinzip so vor, als wenn bei uns ein Fingernagel umknickt, leider dran bleibt und umgeklappt Druck ausübt. Das klingt eklig und fies, nur dem Hund tut es sogar noch mehr weh.
Das kaputte Stück wurde nun entfernt und Gott sei dank war diesmal kein Verband nötig. Wir sollten nur etwas aufpassen, weil die Kralle da noch empfindlich ist und beobachten wie sie nun nach wächst und ggf. beim nächsten Besuch sonst nachschneiden lassen. Eine andere Kralle sah auch schon anfängliche Splittrig aus, also wurde die auch gleich mit gekürzt. Da Herr Aaron ja nun dem älteren Semester angehört und wir noch nie Blut untersucht haben, wurde uns dies für diesen Altersabschnitt geraten. Zumal die Schilddrüse Probleme machen könnte und brüchige Krallen damit zusammen hängen können. Das werden wir dann demnächst mal einplanen. Aber vorerst darf Aaron den ersten Schreck (Tierarztbesuch) des Jahres verarbeiten.
Und das auch noch alles zu der Zeit wo er eigentlich sein Futter bekommt. Naja, Leckerchen hat er von der Tierärztin noch angenommen und ich bin wieder sehr stolz auf seine ruhige Art, es dann doch einfach hin zu nehmen und aus zu halten. Ein klasse Kerl und mutiger muss er nicht sein. Ich mag Ärzte ja auch nicht sonderlich.
Wir werden nun aber auch bei der Fütterung etwas zusetzen für Krallen und die Pflege mit Kokosöl vom Fell auch auf die Krallen ausweiten. Heute Morgen gab es bereits eine große Fellpflege Einheit mit Bürsten und hinter her einölen von Fell und Pfoten. Da er grad gefressen hatte, war er so wie so dösig und entspannt.


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