Dienstag, 27. Juni 2023

Gute Freunde lässt man nur ungern gehen - Ein Abschied

Vor 3 Wochen ist unser Hundefreund Fiete über die Regenbogenbrücke gegangen. Seine letzten Tage hat er mit seinen Menschen verbracht und wurde liebevoll gepflegt. Die letzte Entscheidung für ihn zu treffen fiel auf keinem Fall leicht, doch war sie nötig. Fiete hätte das Leben nicht mehr wie bisher genießen können und sollte kein Leid erfahren. Eine so treue Seele gehen zu lassen, tut sehr weh. Die Pflicht die wir tragen, dafür dass wir so wundervolle Geschöpfe, an unserer Seite haben dürfen. Wir lernten Fiete und sein Frauchen im Mai 2015 durch andere Hundefreunde kennen. Das erste Treffen fand damals noch im Hundefreilauf im Wald Christianslust statt. Fiete war im Gegensatz zu Aaron und Schröder kein kastrierter Rüde. Allerdings war Fiete auch mit allen Hormonen ausgestattet, ein absoluter Pazifist. Einen lieberen Hund habe ich seitdem nicht kennen gelernt. 

Damals war es noch die Gassi-Gang bestehend aus Ive, Schröder, Fiete und Aaron, die sich dann regelmäßig traf. Erst immer Hundewald, dann später am Wochenende zu regelmäßigen frühen Runden am und auf dem Deich. 

Aus dieser Zeit stammt auch dieses Foto, dass am besten die fröhliche Energie dieser kleinen Gruppe wieder gibt:


Von Links hinten nach vorne rechts: Fiete, Schröder, Aaron und Ive. 

In unserer bunten Truppe war Fiete der ruhige Pol. Der gemütlich seine Spuren ab schnüffeln wollte, mal leicht brummelte, wenn Ive zu stürmisch um seine Zuneigung buhlte und einmal ein Mauseloch vor Aaron verteidigte. Tatsächlich das einzige Mal, dass ein leichter Misston zwischen den beiden Jungs stand. Denn generell konnte man die beiden, wenn wir später uns auch mal allein zu Spaziergängen tragen, im stillen einvernehmen vor uns her trotten sehen. Fand der eine eine tolle Schnüffelstelle, kam der andere dazu. Aaron durfte gerne vorgehen, wenn es zu spannend wurde und Fiete trabte hinter her. 

Wenn wir uns trafen, liefen sie freudig aufeinander zu, um dann in ein Wettmarkieren zu verfallen. Wilde Tobereien oder Spiele gab es zwischen den beiden nicht. Fiete versuchte zwar ab und zu Aaron zu motivieren, aber Aaron fand die Gegend zu erforschen spannender. So forschten sie dann Seite an Seite und ihre Kumpel Spaziergänge reichten ihnen völlig. Wir stellten uns vor, wie sie so still und heimlich ihre Gedanken austauschten, während wir einfach so gar nichts davon mitbekamen. 

Wir haben zahlreiche Treffen im Wald, am Deich und in unseren Gärten genossen. Immer waren unsere Hunde mit dabei und brachten uns zum Lachen. Während ich oft mit Aaron schimpfte, weil er mich gerne mit Mist-fressen, in Dreck wälzen und anderen Dingen zur Weißglut brachte, war Fiete einfach der-immer-dabei und total-entspannt-Hund. Kein großer Jagdtrieb, nichts aufsammeln, von Fremden keine Leckerchen nehmen... Der ideale Begleiter und Familienhund oder einfach eine Seele von Hund. :-)
Ich fand es immer schön, wie entspannt und in sich ruhend Fiete bei unseren gemeinsamen Spaziergängen immer war. Einfach immer das Leben genießend, ohne jegliche Aufregung, munter in die Welt blickend. 

Fiete, der Hund mit dem Schmelzblick und den Lauschern auf Empfang:


Hätte Fiete einen Schrittzähler gehabt, wäre er glaube ich von unserer Hundegruppe, der mit den meisten Schritten. Er war immer mit seinen Menschen viel an der See und im Wald spazieren. Genauso liebte er es im heimischen Garten zu chillen. Oder wie auch hier in meinem alten Beitrag, seine Freunde im Garten zu empfangen: Im Hunde Paradies

Zu Aaron, Schröder und Ive hatte er noch weitere Hundefreunde, die er auf Hunderunden oder im Garten traf. Als Ive uns verlassen hatte und dann Bella neu dazu kam, war Fiete hier auch freundlich und aufgeschlossen. Die junge Bullterrier Hündin wurde von ihm nur leicht in die Schranken gewiesen, wenn sie zu aufdringlich wurde. Nicht jeder Hund wäre da so entspannt, wie Fiete gewesen. Seine Divise war sonst auch: "Dann geh ich halt, wenn es mir nicht gefällt." Wir mussten oft lachen, wenn wir von einem fetten Regenschauer überrascht worden waren und Fiete immer schneller, auf dem Weg zum Auto, wurde. "Macht ihr was ihr wollte, ich will ins Trockene. Ich weiß ja wo das Auto steht." Wir dann immer: "Tschüss, Fiete." Ja, so von oben nass werden, mochte er wirklich nicht. 
Auch war es für mich eine hohe Auszeichnung, wenn Fiete von sich aus zu mir kam und mir dann den Po zum Kraulen hinhielt. Denn Fietes Zuneigung musste man verdienen, er war nie stürmisch oder aufdringlich gegenüber fremden Menschen. Lieber mal gucken, wie die ticken und erst wenn man diese länger kennt, geht man auch von sich mal vorsichtig hin. Ich freute mich jedenfalls immer, wenn er dann doch mal die Nähe suchte. So ein lieber Kerl war Fiete. 

Lieber Fiete, wir vermissen dich alle. Du warst Aaron ein super Kumpel, der Bella und der Ive ein geduldiger Freund und deiner Familie ein echter Seelenhund. Leider sind die größten Seelen, für die kürzeste Zeit an unserer Seite. Mach's gut treuer Freund.

Unsere Treffen findet ihr unter dem Link alle in den einzelnen Beiträge wieder; Gassi-Gang

weitere Fotos kommen hier: 




















1 Kommentar:

  1. Ich erinnere mich an so viele schöne Beiträge von eurer Gassi-Gang ... nicht nur mit Fiete. Es ist so traurig, wenn unsere Hunde uns verlassen - gefühlt ist es immer zu früh.
    Aber es ist schön, so viele wunderbare Erinnerungen zu haben und die bleiben uns zum Glück für immer erhalten.

    Traurige Grüße,
    Isabella mit Roy

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