Samstag, 21. Oktober 2023

Happy Birthday, Aaron! Mit 13 immer noch ein echter Kracher!


21. Oktober 2010, in einer stürmischen Nacht, wurde der letzte Welpe eines Wurfes auf die Welt gebracht. So stürmisch, wie die Nacht, sollte sein Charakter werden. So oder ähnlich könnte Aarons Leben vor 13 Jahren auf dieser Welt begonnen haben. Fest steht, Aaron liebt es kalt und nordisch herbstlich. Das er einen frechen Charakter hat, sah ich beim ersten Besuch dieses kleinen Zwerges. Frech mit seinem Quietschie im Maul, blieb er auf Abstand zu mir sitzen und forderte mich quasi heraus. "Wenn du mich nimmst, biete ich dir Abenteuer und dir wird nie langweilig. Ich werde es dir nicht immer einfach machen, aber ich werde dich mit all meiner bedingungslosen Hundeliebe belohnen." 

"Wollen wir den wirklich nehmen? Der ist ganz schön dick für seine paar Monate." "Das verliert er bei uns bestimmt direkt. Den einen oder keinen." 

Am nächsten Tag zog Fox / Flo alias Aaron bei uns ein. An das Wetter erinnere ich mich auch noch ziemlich gut. Wir hatten tatsächlich die Tage vorher Schnee bekommen und ich hatte eine dicke Grippe. Ich stand in den nächsten Nächten klappernd alle paar Stunden mit Aaron im verschneiten Garten. "Du sollst pinkeln, du kleiner Troll und nicht spielen. Keiner will mitten in der Nacht spielen." Während er die erste Nächte noch unten schlief, habe ich es mir bald einfacher gemacht und ihn mit in mein Zimmer genommen. Aaron konnte nämlich alleine gerne mal Dinge kaputt machen. Außerdem konnte er mich wecken, wenn er mal musste. So brannten sich auch einige andere wunderschöne Bilder bei mir ein. Aaron der in mein Bett kletterte, ganz zu meinem Kopf hoch krabbelte und Nase an Nase mit mir einschlief. Oder Rakete Aaron der beim ersten Sonnenstrahl freudig halb auf mir steht und darauf wartet, dass ich aufstehe und mit ihm den supertollen Tag starte. Mein "kleiner Stürmer" liebt das Leben, Menschen und spannende Dinge. Aber auch die Hunde-Damenwelt, Spielzeuge und vor allem das Essen. 

Seinen Status als Moppel-Welpe wurde er dank Unterstützung des 6 Jahre älteren Sandokan schnell los. Der schokobraune Labi meines Bruder und Schwägerin, hatte mich für diese Rasse begeistern können. Nun sollte er ab da fast täglich mit dem kleinen Aaron durch den Garten toben und die 2 bis 3 Spaziergänge am Tag begleiten. Von Sando lernte Aaron wie man als Labi richtig rauft. Also beim Spielen richtig laut wird, die wildesten Haken schlägt und den besten Bettelblick macht.

Unsere Hunden haben wirklich sehr viel Zeit gemeinsam verbracht. So dass Sando sich auch kurz mal dazu animieren ließ, im eigenen Garten auch ein bisschen Blumen zu zupfen. Etwas das er als Welpe nicht mal getan hatte. Man lernt also vom jeweils anderen. 


Ich bin damals auch direkt mit Aaron zur Hundeschule gegangen und wir verbrachten jedes Wochenende viele Stunden dort mit unseren Freunden. 

Aaron und ich lernten so viel und wir konnten so vieles ausprobieren: Agility, Trickdogging, Mantrailing, Sucharbeit, Anti-Jagd-Training. Einige unserer engsten Freunde lernten wir dort auch kennen und schon bald hatte sich auch außerhalb der Hundeschule ein großes Hunde / Menschen-Rudel für gemeinsame Abenteuer gefunden. Wir machten gemeinsam Mantrailing und trafen uns zu Spaziergängen.


Ganz im privaten traf Aaron sich auch sehr gerne mit seiner großen Liebe: Ive 
Sie lernten sich in einem Junghundekurs kennen, besuchten gemeinsam die Spielstunden und oft trafen wir uns auch zu gemeinsamen Spaziergängen. Aber waren sie erst bei uns im Garten, ging es richtig ab. 
Da wurde wild gerauft, über den Rasen gepurzelt und so manche Liebesbekundung ausgetauscht. 

Ive liebte es ihren Aaron zu putzen. 


Durch Aaron lernte ich so viele Menschen und Hunde kennen. Es ist unfassbar, wer alles unseren Weg begleitet hat. Manchmal trennten sich die Wege aus zeitlichen gründen, manch einer ist schon über die Regenbogenbrücke gegangen und manchmal kreuzte jemand neues unseren Weg.



Aarons Karriere als Bürohund begann im Alter von 2 Jahren. Ich hatte paar Monate vorher den Arbeitgeber gewechselt und als es sich ergab, dass Aaron  mal nicht alleine bleiben konnte, kam direkt das Angebot: "Bring ihn doch mit." Da Aaron Menschen liebt, freundlich und aufgeschlossen ist, war es für ihn auch kein Problem in den neuen Alltag zu finden. Mit seiner munteren Art und der Energie, die manchmal einer Rakete glich, schlich er sich in die Herzen der Arbeitskollegen. Schlafen, Streicheln lassen, Suchspiele in den Pausen, Leckerchen (alle wurden auf Obst & Gemüse eingeschworen), Mittagspausen Spaziergänge und Fahrradfahrten waren fortan sein Arbeitsalltag. Er genoss es ziemlich morgens mit mir ins Büro zu fahren. Auto abstellen, Spaziergang, rauf ins Büro und auf dem Weg schon die ersten Kollegen begrüßen. 
Mittlerweile ist Aaron in Rente und nur noch selten mit im Büro. Zu Hause ist er ja nicht mehr allein und kann so jederzeit auch in den heimischen Garten. Sein Schlafbedarf hat sich im Alter auch dezent erhöht und so sind einzelne Bürotage, sind dann genug Abwechslung für eine ganze Woche. 
Aus dieser Bürophase schlich sich bei Aaron auch immer mehr das Frühaufstehen und früh frühstücken ein. Da er eingefahrener ist, als ein Beamter, blieb der Rhythmus erhalten. Auch wenn er nicht ins Büro muss und ich eigentlich frei habe. Gnadenlos weckt er einen spätestens um 6 Uhr, weil er Hunger hat. Selbstgemachte "Probleme" die mich nicht wirklich stören. Ich mag unsere Rituale. Ich teile seit 13 Jahren jedes Stück Obst mit ihm. Vor allem Apfel und Banane kann man nicht ohne ihn essen. Wenn man es versucht, schwimmt die Fläche unterhalb Aarons Kopf und der Blick wird von hoffnungsvoll zu vorwurfsvoll wechseln. 
Sein tägliches Möhrchen bekommt er jeden Morgen. Dann gibt es noch ein zweites mittags oder bei einer Suche auf dem Rasen. Gesundes kommt vieles in seinen Napf. Ernährungstechnisch hatte ich nie große Probleme mit ihm. Aaron liebt Essen in allen Varianten. Einzig Zitrone, Pilze und Salatblätter rührt er nicht an. Als ich ihm mal einen Champignon vorgehalten habe, hat er das Gesicht verzogen, als würde ich ihn vergiften wollen. 
Mit der Zeit nahmen wir unseren Abschied aus der Hundeschule und verlegten uns mehr auf private Hundetreffen mit Freunden. Beim Mantrailing durfte Aaron noch häufig meine Nichten suchen, die sich nur allzu bereitwillig für ihn versteckten. Als Aaron 5 Jahre alt war, bekam die Familie Zuwachs: Tamme. Der kleine schokobraune Welpe rüttelte den Alltag von Kumpel Sando und Nachbar Aaron ganz schön durcheinander. Auf einmal war da ein spielfreudiger Zwerg, der Aufmerksamkeit von beiden einforderte. 
Aber auch hier verging die Zeit sehr schnell und als Sando leider über die Regenbogenbrücke gegangen war, wuchsen Aaron und Tamme zusammen. 

Als Aaron schon ein richtiger Senior war, gab es wieder Zuwachs in der Familie: Buc
Dieser zog später sogar zeitweise in unseren Haushalt mit ein und Aaron zeigte, dass er doch ganz entspannt teilen kann. 
Leider war Aaron schon zu alt für wilde Tobe-Spiele. So entschied er sich, jeden Spielversuch von Buc zu ignorieren. Aber gemeinsame Spaziergänge, Kuschelmomente auf dem Terrassensofa und Familienfeiern waren absolut drin.


Ich bin überaus dankbar, dass Aaron wenn es wirklich wichtig ist, ein sozialer Zeitgenosse ist. Er mag mich an der Leine manches mal pöbelnd blamiert haben, aber wenn es darum ging einen neuen Familienhund kennen zu lernen oder im Freundeskreis einen neuen Vierbeiner zu entdecken, ist er die entspannte coole Socke und tut so, als wäre der neue Hund schon immer ein Kumpel von ihm gewesen. 
Aaron ist da recht unkompliziert und so kam es, dass wir dieses Jahr tatsächlich im Alter von 12 Jahren wieder die Pfoten in eine Hundeschule setzten. Durch die Hunde Physio kamen wir zu Physio Gym, Übungsspaziergängen, Longierstunden und Apportiereinheiten. Wer rastet der rostet und so bin ich froh, dass wir diese tolle Hundeschule entdeckt haben. In kleinen Gruppen kann Aaron in seinem Tempo die jeweiligen Aufgaben bewältigen. Ich war überrascht mit was für einer Energie und Feuereifer er daran ging und noch geht. Ihm hat sowas eindeutig in den letzten Jahren gefehlt. Nun trifft er regelmäßig auf seine neuen Freunde, hat soziale Kontakte, sammelt Eindrücke und folgt mir begeistert bei unseren Übungen. Aaron zeigt mir, dass ein Hund wirklich mit einem breitem Lächeln im Gesicht rumlaufen kann. 
Ich weiß nicht wieviel gemeinsame Zeit uns beiden noch bleibt. Aber ich weiß, wir machen das beste draus und so lange Aaron Abenteuer erleben möchte, mache ich das auch gerne mit ihm. Er ist ein Traumhund und immer gerade so wie er ist, ist er genau richtig. Er ist nicht perfekt erzogen, weil ich mir bei ein paar Dingen irgendwann gedacht habe: "Egal, unnötig." Aber er ist ein meist gutgelaunter, optimistischer Kerl, der sein Herz am rechten Fleck hat und mit Humor gesegnet ist. Glaubt mir, so manches Mal hat er mit grinsend den Stinkefinger gezeigt, Verstecken mit mir gespielt, sich wohl bewusst, dass er nicht darf, irgendwo rein geschlichen und mit dem schuldbewussten Blick, bei mir einen Lachflash ausgelöst. Er hat Charme und weiß ihn ein zu setzen.



Happy Birthday 
meine Rakete,
mein schwarzes Juwel,
mein Schmidtchen-Schleicher
mein Kobold,
mein Stinke-Labi,
mein Stinker,
mein Taschen-Labi
und 
Seelenhund



4 Kommentare:

  1. So herrlich reiche Zeilen zum Gebrutstag von Aaron - wir haben fleissig geschmunzelt beim lesen der zeilen.
    Einfach ein rigtig, gesunder und froher Labei der sich die richtigen Menschen ausgesucht hat.
    Es Grüssen herzlich Ayka mit Erika

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    1. Hey Ayka und Erika, lieben Dank für eure herzlichen Worte. Euch beiden wünsche wir auch weiterhin grandiose Labi Jahre

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  2. Was für ein liebevoller Beitrag zum Geburtstag - der so viel über euch Beide erzählt und zeigt, wie schön euer Miteinander ist. Ich freue mich besonders, dass Aaron auch in seinem Alter wieder etwas Neues und Spannendes mit dir erleben darf ... und was gibt es besseres, als zu sehen wie der eigenen Hund lächlet und sich freut.
    Genießt weiterhin euer Leben als Team.
    Liebe Grüße,

    Isabella mit Roy

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    1. Liebe Isabella, danke für deinen lieben Worte. Wir wünschen dir, deinem Mann und Roy auch noch viele schöne Abenteuer :-)

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