Samstag, 18. April 2026

Von Bibermägen und Glitzerknete

Mit unseren Hunden wird es nie langweilig. Das würde vermutlich auch jeder andere Hunde-Mensch bestätigen. Aaron und Odin haben eine gemeinsame Leidenschaft: den Garten nach essbaren Dingen durchstreifen. Wobei sich Odin noch in der Ausbildung befindet und so einige Irrtümer und Missetaten begeht. Im Garten seiner Familie wurden schon alle Beete eingezäunt, weil er alles was grünt und blüht im Vorbeigehen abgrast. Was natürlich dann auch mal zu einem spontanen Hochwürgen und enttarnen der begangenen Missetaten führt. Aaron frisst zwar keinen Blumen mehr und lässt auch abgesehen von frischem Gras, alles im Garten stehen. Doch hat er auch seine Eigenheiten entwickelt, wie Löcher in meinen Rasen reinwühlen und Erde mit Insekten oder Sprösslingen futtern. Oder wie Odin ja auch, nach runtergefallenem Vogelfutter suchen. 

Wenn Aaron dabei dann versehentlich einen Fehlgriff in der Ernährung begeht, wird auch schon mal sein Hundebett damit garniert. Dabei fiel mir auf, dass häufiger Holzhackschnitzel enthalten waren. Im Putzen schimpfte ich noch augenzwinkernd mit ihm, dass wenn er sich hätte von Holz ernähren sollen, er ein Biber geworden wäre. 

Damit Aaron nicht noch zum Biber mutiert, habe ich die Stellen im Garten identifiziert, wo er als Nebenprodukt Holz mit aufgenommen hat und habe diese für ihn unattraktiv gemacht. Zum einen Thema Vogelfutter... dies fiel halt immer auf die Holzhackschnitzel. Nun ist die Futterstelle zur Weide umgezogen, die nur von Rasen umgeben ist, wenn jetzt was unter fällt, frisst Aaron nicht mehr versehentlich Holz mit. Die zweite Stelle ist so eine Buddelstelle an der Hecke. Diese habe ich mit einem Stück Gitterzaun abgedeckt. Ich hoffe mit der Zeit ist die Ecke wieder uninteressanter, wenn dort Insekten und co. ausgezogen sind. 
Aber auch Odin hält sich zeitweise für einen Biber und frisst bewusst, dass eine oder andere Holzstückchen, wenn man es nicht mitbekommt. 


Letzten Montag waren beide Hunde beim Turnen und so langsam sorgt der Frühling dafür, dass abwechselnd mal jeder Hund, einen Fall von Glitzerknete im Kopf hat. Gerne wird man Albern und bietet beim Training alles an, was man kann, nur nicht genau das, was man soll. Die Hündinnen werden läufig, die Rüden etwas abgelenkt davon und klein Odin, der probiert sich munter durch die Welt.
Der Zustand mit der Glitzerknete im Kopf setzt bei ihm gerne ein, wenn er schon eine Belohnung sieht. Sein Kopf kann dann nur noch "Keks" denken und er spult alles ab, was er mal irgendwie gelernt hat. Zur Not auch beide Vorderpfoten gleichzeitig geben. Nebenbei versucht Odin jedes Herz für sich zu gewinnen, weil er einfach ein Sonnenschein ist.

In zwei ruhigeren Momenten schmachtete er Hilla, eine traumhafte Deutsch Kurzhaar Hündin, an. Von Anfang an wollte Odin ihr gefallen und es zeigte immer Interesse am kennenlernen. Er weiß einfach welchen Hund, er unbedingt für sich gewinnen muss. Da Hilla zwischendurch ihn auch schon interessiert anschaute, werden wir mal in einem Glitzerknete freien Moment, die beiden sich näher kennenlernen lassen. 

Am Dienstag hat Aaron immer sein Unterwasserlaufband Training und sein Azubi durfte ihn diesmal wieder begleiten. Erst waren sie gemeinsam auf der Wiese schnüffeln und sich erleichtern. Wobei Odin rennt dann von dem einen hinteren Tor der Wiese, direkt zum zweiten vorderen Tor, weil er schon nach den anderen Menschen Ausschau hält. Er weiß ja wo er ist und freut sich immer schon total in der Hundeschule zu sein. 
Zuerst schaute Odin seinem Kumpel beim Training zu:


Und danach durfte er selbst eine Runde laufen. Sein erstes Kennenlernen des Unterwasserlaufbandes war jetzt schon eine Weile her und so war es ganz gut, ihn weiter daran führen zu können. Denn eine Leidenschaft hat Odin noch nicht für sich entdeckt: Wasser.
Er ist noch kein wasserliebender Labrador, weicht Pfützen aus, gebadet werden fand er so semi toll und nun auch noch Wasser im Laufband. Da der Wasserstand ja steuerbar ist, haben wir nur etwas Wasser reinlaufen lassen und ihn dann motiviert, darin zu laufen. Er machte wirklich toll mit und war hinter her bestimmt auch ein bisschen auf sich selbst stolz. Für sein Gleichgewicht und das Koordinations-Training war es auf jeden Fall eine tolle Übung.


Aaron stand und saß dann neben dem UWL und konnte nicht verstehen, warum die Leckerchen auf einmal an Odin und nicht an ihn gingen. Er ging dann wahlweise auch vorne an die Scheibe und schaute da auch durch. Aber auch das ist eine wichtige Übung, beide bekommen auch mal unabhängig von einander eine Belohnung. 

Wenn Odin bei zu Hause zu Besuch kommt, zum Beispiel während ich arbeite, bemerke ich ihn kaum mehr. Er hat sich echt gut eingelebt und nimmt alles was Aaron gehört mit in Beschlag. Zum Glück hat Aaron auch kein Problem zu teilen. So liegt mal Aaron unter dem Tisch hier oder Odin:



Der Schnüffelteppich wird auch abwechselnd bearbeitet und wahlweise schläft Odin dann auch auf diesem ein:



Ganz einfach die beiden gehören einfach zusammen und zu unserer Familie. Die Kommunikation findet im stillen statt. Wenn wir den Kofferraum öffnen und Odin völlig entspannt liegen bleibt, weil er einfach die Nähe seines Kumpels genossen hat. Aaron der nun auch die Rampe hoch läuft, auch wenn Odin schon im Kofferraum sitzt. Sie haben sich gegenseitig angenommen und werden trotz des hohen Altersunterschiedes eine Einheit. 


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