15 Jahre und 9 Monate ist Aaron nun alt und dieses Jahr merkt man ihm das Alter schon deutlich an. Letztes Jahr war er doch öfter mal im Raketenbärchen Modus unterwegs und eindeutig mobiler.
So langsam bremst ihn sein Körper doch deutlich aus. Die besonders dicke Pfote, vorne rechts, mit einer kleinen wunden Stelle. Die Pfote hinten links, die auch deutlich mehr Last trägt. Die manchmal fehlende Kraft hinten, länger gerade zu stehen und das Einsacken in eine Hockstellung. Manchmal endet es dann in einem leichten Yoga-Sitz. Aber er ist auch weiterhin stur und steht manchmal länger vor jemanden um ihn an zu himmeln, anstatt dies im Liegen zu tun. Bei den Hunde-Turnstunden machen wir zwar alles langsamer, aber immer noch mit Feuereifer. Denn seine Augen leuchten und funkeln richtig, wenn er im Hunde-Kurs dabei sein darf. Besonders die verschiedenen Wackelbretter und breiten Stege findet er richtig gut. Es ist so schön, wenn er mit mir zusammen arbeitet und immer meinen Blick sucht. "Schau mal, wie gut ich das mache." Oder "Können wir bitte noch eine Runde drehen?"
Aaron will ganz oft doch noch was unternehmen. Nur heute wurden wir vom Wetter etwas ausgebremst. Ausgerechnet als wir mit Kumpel Fred spazieren gehen wollten, hatte die Luft draußen auf drückend umgestellt. Wieder so ein Wetterwechsel von grau und kühler, zu mehr Sonne und wärmer. Die Luft mochte Aaron so gar nicht und so viel unsere Tour kürzer aus. Dafür wurde dann länger bei Kumpel Fred der Garten unsicher gemacht bzw. die Küche mehrmaliger Kontrollen durch Krümel-Kontrolleur Aaron unterzogen.
So hatte Aaron dann doch irgendwie seine Bewegung, nur das er das nicht so merkte. Als wir dann zu Hause das Abendprogramm einläuteten, war er recht schnell in seinem Bett verschwunden und vermutlich sehr zufrieden mit seinem Tag.
Mittlerweile betrachte ich jeden Tag als geschenkte Zeit, denn jede Unregelmäßigkeit, kann ein Zeichen für den Abschied sein. Denn so munter er auch ist, er hat auch anstrengende Tage und sein Körper baut einfach ab. Wenngleich noch langsam für sein Alter, aber der Prozess ist sichtbar. Für mich steht fest, dass wir schon sehr viel Glück hatten und Aaron ein sehr erfühltes Leben hat. Wenn es denn soweit ist, kann ich ihn auch gehen lassen. Ich hoffe auch einerseits, dass es sich nicht zu lange zieht. Denn ich möchte nicht, dass sein munterer Geist immer mehr in seinem Körper gefangen wird. Das ist meine größte Sorge und ist schlimmer als die Angst ihn zu verlieren. Denn ich hatte sehr großes Glück mit ihm und der geborgten Zeit. Ich bin unheimlich dankbar für diese treue Seele an meiner Seite und hoffe, er bekommt einen ruhige Abschluss, wenn es soweit ist.
Doch nun genießen wir den gemeinsamen Sommer und fragen uns nicht, wann es soweit sein wird. Aaron steht jedenfalls jeden morgen beschwingt auf, fordert von mir sein Futter und die Aufmerksamkeit ein. So lange jeder Morgen so startet, ist unsere Welt in Ordnung.



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