Sonntag, 4. Februar 2018

Im Freilauf

Am Nachmittag sattelten meine große Nichte und ich die Hühner, bzw. die Labbis und fuhren in den Wald. Es war zwar lausig kalt, aber immerhin mal nicht feucht von oben. Wir wollten eine große Runde mit Tamme und Aaron spazieren gehen. Als wir ankamen, parkten keine Autos am Hundefreilauf, was extrem selten vor kommt.
Bisher machten wir ja am Nachmittag wegen Überfüllung einen großen Bogen drum und gingen lieber im Rest des Walds entspannt spazieren, wenn auch mit angeleinten Hunden. Naja, nun war der Hundefreilauf sichtlich leer und meine Nichte wollte so gerne da rein.

Also gab ich mir einen Ruck und schon durften die beiden Labbis durch den Freilauf flitzen. Wir Menschen waren dabei weniger elegant unterwegs, denn auch der Freilauf leidet unter dem regenreichen Winter. Teilweise ging es nur durch knöcheltiefen Matsch oder Pfützen. Aber eine Runde wollten wir schon schaffen. 

Aaron und Tamme rannte voller Lebensfreude über die freie Fläche, erkundeten umgestürzte Bäume und die üblichen Pinkelstellen all der anderen Hunde. Es gab so viel für die Jungs zu erkunden und schwub waren wir rum. Eine zweite Runde haben wir dann nicht mehr gedreht, denn plötzlich füllte sich der Freilauf. 

Tamme und Aaron wurden sehr bald von anderen Hunden entdeckt und verfolgt. Aaron blieb in ihrer Gegenwart ruhig, aber Tamme hatte eine kleine Bürste und war brummig / ängstlich. Das war eindeutig zu viel für ihn in dem Moment. Also wanderten wir zum Ausgang. Nur das Rauskommen war nicht so einfach, denn die fremden Hunde ließen unsere nicht in Ruhe und obwohl es schon  mal laut wurde, dachten sich deren Besitzer nicht sie zurück zu rufen. Oder vielleicht hätten sie eh nicht gehört? Tamme fühlte sich mit so viel Nähe der anderen Hunde nicht wohl und knurrte merklich. Zum Glück reagiert er auf eine Ansage von mir, dann mit dem Einstellen seines Verhaltens und folgt mir. 

Vor dem Tor standen auf der anderen Seite auch weitere Neuankömmlinge. Teils noch angeleint, teils frei...tja, wie kommt man nun entspannt raus? Wenn die eigenen Hunde noch von fremden bedrängt werden und die nächsten in der Tür stehen? Wir haben unsere Jungs dann einfach ohne Leine durchs Tor laufen lassen. Angeleint hätte sie sich nur noch mehr bedrängt gefühlt. Ich wusste, das sie nicht auf die anderen angeleinten Hunde loslaufen würden, sondern sich eher gleich in Richtung Auto begeben würden. So ging es reibungslos. Aber ich war echt etwas angesäuert. Warum lässt man seine Hunde andere so belagern und dann vor allem wenn man sieht, dass Leute den Platz verlassen wollen?

Wir gingen danach übrigens noch eine Runde durch den ansonsten leeren Wald, außerhalb des Freilaufes. Versteht mich nicht falsch. Ich freue mich auch andere Hunde zu treffen. Aber es ist einfach schöner wenn dabei auch Besitzer sind, die ihre Hunde im Blick haben und alles ein wenig kontrolliert abläuft. Wenn einer bedrängt wird, sollte das geregelt werden. Tamme hat es situationsbedingt echt gut gemacht.



Aber mein Fazit ist, zu bestimmten Zeiten sollte man einfach den Freilauf meiden. Bestimmte Gruppen will man nicht mit einem einzelnen Hund oder zwei Hunden treffen. Die Eigendynamik einiger Rudel sind für außenstehende doch deutlich unentspannt. Natürlich ist mir klar, dass ich aus der anderen Sichtweise sicherlich auch komisch gewirkt habe. Denn die hatten ja alle kein Problem mit der Situation... frei nach dem Motto: Das regeln die unter sich.


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