Der Winter hatte beschlossen noch etwas zu bleiben. In der letzten Woche sind wir die meiste Zeit zu Hause geblieben. Unsere kurzen Gassi-Runden haben wir hier auf dem Feldweg neben dem Haus absolviert. Auf dem immer mal frisch dazu kommenden Schnee konnte und mochte Aaron sehr gerne laufen. Wir nahmen sicherheitshalber immer seinen Wagen mit und so waren wir beide motiviert zu laufen. Meistens hat uns auch klein Odin begleitet und so konnte er immer ein bisschen Nähe zu Aaron genießen. Was ich letzte Woche besonders schön fand, war wir Aaron sich beim Unterwasserlaufband-Training gemacht hatte. Zum Glück war an dem Tag kein Wetterchaos und ich konnte mich mit ihm auf den Weg nach Friedrichskoog machen. Aaron freut sich vermutlich immer schon bei den Autofahrten, sobald er merkt welchen Weg wir einschlagen. Freudig stiefelte er vor dem Training noch draußen über die Wiese und checkte ab, welcher seiner Freunde hier schon vor ihm da waren. Als alles erledigt war, ging es ins warme Haus zum Wasserlaufband. Freudig stieg der Senior ein und lief wieder wie ein Profi. Leuchtende Augen dabei und am Stupsen, damit die Leckerchen-Gabe auch dabei läuft.
Statt 20 Minuten waren es diesmal 25 Minuten und ein gut gelaunter Aaron beim Abtrocknen. Ich hatte mich hinter ihm gestellt und war grad dabei seinen Bauch ab zu trocken. Da fing er freudig mit der Rute an zu wedeln und wollte nicht mehr aufhören. Fröhlich wuselte er noch mal wedelnd um uns rum und zeigte uns wie gut es ihm getan hatte. Echt Goldwert für unseren Ur-Opa Aaron. Kaum zu glauben, dass er nun 15 Jahre und 2 1/2 Monate alt ist.
Nach dem Abtrocknen steckte ich Aaron noch in seinen Bademantel und wir gingen zum Auto. Er kam auch fast ohne Hilfe die Rampe hoch. Dort wartete im Hundebett schon eine Kuscheldecke und auf ging es nach Hause.
Apropos Rampe, im Dezember fiel mir noch eine Lösung ein, um Aaron den Einstieg zu erleichtern. Da der Winkel der Rampe scheinbar minimal zu steil war, habe ich die "Turnmatten" zweck entfremdet und damit einen sanfteren Einstieg geschaffen. Die Rampe ist dadurch weniger steil und mit etwas Übung, damit er sich an die neue Lösung gewöhnt, klappte es dann ganz gut.
Wieder im Zuhause angekommen, schaute Aaron immer noch recht munter aus der Wäsche und machte nachmittags nur mal ein kurzes Nickerchen. Er wollte bis in den Abend rein Aufmerksamkeit und wuselte immer um mich rum. Erst abends schlief er dann tief und fest (natürlich erst nachdem er seinen abendlichen Haferschleim abgestaubt hatte).
Schaut er nicht herrlich munter aus der Wäsche bzw. dem Bademantel? Ich liebe diesen Blick von ihm. Das ist ein zufriedener Aaron, der total "on" ist und am Leben teilhaben will. Für jedes altersgerechte Abenteuer bereit. Nur nicht immer für kleine Labi-Welpen.
Bei unsere Spaziergängen in der letzten Woche mit Odin, war Aaron zwar freudig, wenn Odin angelaufen kam. Aber bitte nicht zu lange und zu nahe. Auf unserem Feldweg ließ ich Aaron die meiste Zeit ohne Leine laufen. Was dafür sorgte, dass ich ab und an in den höheren Schnee stapfen musste, weil Aaron sich auf einer Feldeinfahrt "verschnüffelt" hatte und sich immer mehr dem freien Feld näherte. Vermutlich hoffte er, dass der Krümel uns genug ablenkt, damit er endlich das Feld absuchen kann. Fährten im Schnee sind nämlich viel interessanter für den Senior.
Während ich meist den Wagen schob, konnte Aaron frei schnüffeln und blieb dadurch manchmal etwas zurück. Auch wenn ich immer darauf achte, dass wir keinen allzu großen Abstand zueinander hatten. Und dann gab es aber auch Phasen in denen Aaron freudig neben mir her, in einem Senior Flitzmodus lief. Keine Ahnung welche Hummel ihn da im Mors oder Kops saß. Aber es sah süß aus.
Odin steckte gerne Nase und auch ganzen Kopf in die Schneewehen an den Seiten. Auf dem Weg weg vom Zuhause setzt er sich immer noch gerne hin und auf dem Heimweg, ist er dann kaum zu bremsen und will heim.
Aber das ist bei so einem jungen Hund auch völlig normal. Er ist ja nun grad 13 Wochen alt und ist ein glücklicher nicht mehr ganz so kleiner Kerl. Es ist schon irre, wie er seit dem Einzug gewachsen ist und die Pfoten lassen erahnen, dass er groß wird. Sein rötliches Fell dunkelt immer mehr nach. Zeitweise sieht es dadurch so aus, als würde er dunkle Stiefel tragen, dazu sind Kopf und Rücken noch dunkler als der Rest. Ich bin echt gespannt, wie er aussieht, wenn er ein stattlicher Rüde ist. Bis dahin wird sich ja noch vieles ändern.
Wenn er bei uns zu Besuch ist, gibt es immer kleine Momente mit Aaron, wo er sich noch vorsichtig um den alten Mann bemüht: wie Odin z.B. vor Aarons Schlafplatz saß und mit der rechten Pfoten in der Luft ihn irgendwie auffordern wollte.
Wie er später vor Aarons Kissen mit dem Oktopus spielte und knurrte. Das Spielzeug fallen ließ und den alten Herren erwartungsvoll anbellte. (Aber nur ein Wuff, keine ganze Tirade).
Wie er mit uns maulte weil später das Gitter ihn von dem alten Hund trennte, der im Flur lag und auch genau den Zwerg musterte.
Im Garten war es besonders schön. Aaron ist draußen entspannter mit dem Kleinen, weil dieser auch mehr auf Entdeckungsreise geht und den Senior weniger belagert. Odin hatte dem Oktopus mit raus geschleppt und ließ ihn nicht mal beim Pinkeln fallen. Dann bekam er einen Zoomie und rannte fröhlich rum. Vor Aaron bremste er rechtzeitig und machte eine Spielaufforderung. Vorne leicht geduckt, Popo in die Höhe, Minihopser an Ort und Stelle. Aaron schaute ihm nur zu und ging nicht darauf ein. Aber vielleicht fand er die Bemühungen des Kleinen doch unterhaltsam.
Dafür hat er ihm drinnen auch zweimal Bescheid gegeben, als er den Pfoten von Aaron zu nahe kam. Man sah es dann auch kurz für 5 Sekunden hinter der krausen Stirn arbeiten. Der Effekt hielt jedoch nicht lange an.
Letztens trafen wir auch noch einen 3. Labrador aus der Nachbarschaft. Im Alter zwischen Aaron und Odin, schon ausgewachsen und auch sehr energiegeladen. Aaron mochte diesen von Anfang an und als wir uns nun zu dritt vorm Haus trafen. Wollte Aaron ihn tatsächlich zum Spiel auffordern. Ein Aufforderungs-Wuff vom alten Hundesenior. Keine Ahnung was passiert wäre, wenn Aaron ohne Leine gewesen wäre. Aber ich tippe auf einen Hundesenior Zoomie.
Eine Veränderung genießt Aaron derzeit sehr. Wenn ich von zu Hause aus arbeite. Sitze ich nun meistens unten im Wohnzimmer bei ihm und gehen nur für Termine in mein Wohnzimmer nach oben. So liegt Aaron schon früh morgens glücklich schnarchend hinter mir auf seinem Kissen. Endlich hat er mich wieder fast ununterbrochen in der Nähe und genießt es sehr. Er ist dann deutlich entspannter und liegt nicht mehr so oft in Küche im Weg, wie vorher. Wenn ich sonst oben saß oder im Büro in Itzehoe war, lag er viel in der Küche rum (in der Nähe meiner Mutter).
So genießen wir dann bei scheußlichen Wetter, die Möglichkeit des Mobilen Arbeitens. Am den Tagen wo ich dann wieder zur Arbeit fahre, wird er dann nach Feierabend wieder mit Kuscheleinheiten beschwichtigt. Gestern durfte er während ich gearbeitet hatte, mit seinem Futterball hier durchs Wohnzimmer kullern. Er hat zu Weihnachten von einer Freundin einen neuen Futterball geschenkt bekommen, der verschiedenen Schwierigkeitsgrade bietet. Das sorgt dann mal für längeres Kullervergnügen. Auch tritt so langsam ein Lerneffekt ein: Im Garten konnte er ja meist endlich kullern ohne sich groß fest zu fahren. Aber im Haus, mit den Möbeln, ist es teils schwerer. Mittlerweile hat er es aber ganz gut raus, dass bevor sich der Ball unter einem Stuhl oder Schrank festfährt, er den Mund nimmt und auf die freie Fläche trägt oder er seine Pfote einsetzt um ihn gezielt in eine andere Richtung zu schubsen.
Auch Hunde-Senioren lernen weiter und bleiben pfiffig, wenn man sie fördert und probieren lässt. Aaron wäre nicht der heutige Aaron, wenn ich ihm nicht weiterhin Beschäftigung im Sinne Kopf- und Nasenarbeit anbieten würde.
Nun drückt uns mal die Daumen, dass der zum Eis gefrorene Schnee im Garten und auf dem Feldweg nicht zu lange anhalten. Denn Glätte ist für Aaron ebenso fies, wie der uneben gefrorene Rasen im Garten. Wir wollen ja so gerne auch wieder woanders spazieren gehen und unsere Hundefreunde treffen.








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