Sonntag, 18. November 2018

Warum Aaron immer noch ein echter Rüde ist

Da steht der nun der schwarze Prachtkerl, wie eine Statue im Garten. Glänzend das schwarze Fell, die Rute erhoben, die Brust stolz geschwellt und die braunen Augen funkeln richtig vor Übermut. Wer Aaron so sieht, denkt: Wow, ein ganz schöner Macho.
Das ist auch wirklich so. Aaron stellt immer wieder seine Männlichkeit unter Beweis. Seine Körpersprache ist da immer sehr eindeutig und trotzdem ist er ein sehr gut sozialisierter Hund. Ich muss ihm die Dominanz und seine Männlichkeit nicht aberziehen. Er ist so, wie er ist. Ein echter Prachtkerl, selbstsicher, mit seinen Ecken und Kanten.
Das ist was wir an unserem Vierbeiner mögen und das ist was Aarons Kumpel im Umgang mit ihm mögen. Man weiß immer woran man ist. Er ist ein Macho, macht aber keinen Kumpel nieder. Sie existieren alle entspannt nebenher. 

Nun ist Aaron ja seit seinem 2. Lebensjahr kastriert, weil sein Trieb einfach zu übersteigert war. Das bringt ihn bei fremden Hunden öfter in die Bredouille, da er für sie neutral bis zu läufige Hündin riecht. Nun stelle man sich vor, wie ein Aaron sich fühlen muss, wenn andere Rüden bei ihm aufreiten wollen. Schon ziemlich scheiße, aber er versucht dann immer noch relativ neutral zu sagen, dass er das kacke findet  und es ist dann meine Aufgabe, ihn aus der Situation heraus zu holen, wenn er weiter bedrängt werden sollte.

Das klappte bisher ganz gut und ich sehe auch zu, nicht in große fremde Hundegruppen zu geraten. Genau solche Erlebnisse, sollten andere Hundebesitzer bedenken, wenn sie überlegen ihren Hund zu kastrieren. Man muss dann mit so einer Situation umgehen können und fairerweise den eigenen Hund Sicherheit bieten. 

Dann gibt es noch den Punkt, dass eine Kastration aus einem Rüden plötzlich keinen kleinen unbedarften Junghund macht. Aaron hat auch ohne Hormone, noch einen starken Trieb. Dieser wird von Hundedamen ausgelöst, die für ihn extrem interessant riechen: Also eine läufige Hündin oder im Extremfall auch eine Hündin, die immer für ihn immer toll riecht. 

"Aber dein Hund ist doch kastriert?!" Klar, aber er hatte doch keine Hirn-OP. (meine Standard Antwort). Aaron weiß sehr wohl was mit der Damenwelt an zu fangen und wenn diese auch noch nach seinem "Eau de Wuff" riecht, sieht er gar nicht ein, dass nicht auch genießen zu wollen. Sein Körper ist schließlich, bis auf ein paar Hormone, voll intakt. 
Klar, gibt es Rüden die nach einer Kastration nicht mehr an der Damenwelt interessiert sind. Aber ich finde es logischer, dass ein Hund tatsächlich weiterhin Interesse zeigt und nur vielleicht nicht mehr so von Hormonen gepuscht ist. Wie gesagt, es ist ja keine Hirn-OP gewesen.

Für Aaron heißt das aktuell keinen Bella Kontakt. Denn diese wurde zum ersten Mal läufig und riecht seitdem dauerhaft interessant für ihn. Er kann in ihrer Gegendwart an nichts anderes denken, als seinen Trieb aus zu leben und so sind Spaziergänge einfach nur purer Stress für uns. Spaziergänge sind zum Entspannen oder Arbeiten da und so muss Aaron vorerst mit seinen Kumpeln vorlieb nehmen.

Würde ich Aaron wieder kastrieren, wenn ich mit dem heutigen Wissen dastehen würde? Definitiv ein klares JA. Ich bin zwar kein Fan von unnötigen OPs. Aber man muss immer prüfen, was für den Hund weniger Leid und Stress bedeutet. Für Aaron war die Entscheidung die Hormone zu stoppen definitiv die richtige. Einige sind ja dann Fans früher Kastration, damit der Hund garnicht erst dominant wird...hallo, denkt doch mal bitte nach. Ihr nehmt dem Hund einen wichtigen Teil der Entwicklung. Wenn der Körper noch nicht fertig ist, stört ihr eine wichtige Entwicklung und eine Kastration sollte nie dazu da sein, einen Hund kindlich zu halten und Erziehung zu ersetzten.



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