Irgendwie möchte sich 2026 nicht so einfach starten lassen, wie man es sich wünschen würde. Der Hundesenior hat seine bekannten Baustellen und baut gefühlt auch schleichend ab. Während wir im letzten Jahr echt einiges erreicht hatten: weiterer durchgängiger Besuch der Beschäftigungskurse in der Hundeschule, Gruppenspaziergänge, Unterwasserlaufbandtraining, tolle Ausflüge mit Hundefreunden, die auch länger sein konnten, da wir für Aaron den Wagen dabei hatten. Dazu die scheinbar richtigen Medikamente für Dauerhaft und einige für Zwischendurch. Aber nun ist diese Happy-Dog-Senior-Phase scheinbar vorbei. Der Winter haut mit seinem Wetter voll auf die Gelenke, zwei seiner Pfoten sind chronisch geschwollen, die Schwäche in den Hinterläufen ist ausgeprägter, die Augen lassen nach (Grauer Star) und der Magen zickt nun auch wechselweise immer Mal rum. Man steht dann etwas ratlos da und betreibt Ursachenforschung. Aber eigentlich ist es doch nur Rätselraten und im Dunkeln tappen.
Vor Weihnachten probierten wir ein anderes Schmerzmittel aus, dass etwas Cortison enthielt, was für die Entzündungen ja gut sein sollte. Direkt am ersten Tag war Aaron dann trotz Magenschutz übel. Am nächsten Tag ohne die Tablette war alles wieder im grünen Bereich. Dann also wieder aufs vorherige Schmerzmittel gewechselt und es lief gut. Wenngleich es bei den extremen Tagen scheinbar auch nicht mehr so stark wirkt.
Dann gestern Abend wieder ein Aaron der sich einmal übergibt. Die Nacht über dann Ruhe. Heute früh normal Tablette für Schilddrüse, die für die Durchblutung und Futter. Etwas später hatte er wieder gespuckt. Ok, woran hat es nun gelegen? Hier fängt wieder das Rätselraten an.
Hat er sich nur so übergeben, weil er zu viel geschlabbert hatte und Fell ihn geärgert hat. Hatte er im Garten unter den Meisen Knödeln etwas aufgesammelt? Ist diesmal die bisher vertragene Schmerztablette schuld? Oder die für die Durchblutung, die er schon lange bekommt?
Ich tappe im Dunkeln und bin verunsichert, was ich nun weglasse und was dazu gebe. Mal sehen wie sich der heutige Tag so zeigt. Vielleicht war es wirklich "Shit happens", wenn nicht geht die Ursachenforschung weiter.
Das sind die Momente, die ich als Hundemensch hasse, denn eigentlich ist man recht hilflos. Der Hund kann einem ja keinen Anhaltspunkt geben. Möglichkeiten gibt es viele und an welcher Stellschraube soll man nun drehen. Da er sonst heute fit und munter ist, denke ich nicht an einen Infekt.
Der Spaziergang heute auf dem heimischen Feldweg wurde von ihm motiviert absolviert. Ich hatte seinen Wagen mitgenommen und das schien ihn direkt positiv zu beeinflussen. Er lief auch recht gut, im Vergleich zu gestern und vorgestern, wo er stark humpelte.
Alt werden ist wirklich nichts für Feiglinge! Aaron hält sich so tapfer, im Gegensatz zu mir. Ich mache mir schon echt ziemlich einen Kopf und weiß, dass es meinen Freunden mit ihren Hunden ebenso geht, wenn solche Hindernisse in den Alltag treten oder gar zum Alltag werden. Man ist immer im Alarmmodus, ich habe immer ein Ohr bei Aaron. Man schläft oberflächlicher, man putzt jeden Tag hinter her, die Waschmaschine macht extra Runden und das Konto fragt, möchtest du nicht mal im Lotto spielen?
Und trotzdem hat man oft das Gefühl, zu wenig oder das Falsche zu tun. Dann gibt es wieder die Momente, wo er so zufrieden da liegt und man denkt, ok irgendwas mache ich doch richtig.
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